Wir haben uns entschieden, die Geisterzüge1) Der Zug soll sowohl
karnevalistisch als auch politisch sein:
jedeR kann diesen Zug benutzen als Demonstration für oder gegen das, was nach seinem/ ihrem Erachten gefördert/ bekämpft werden muß.
Und wer einfach nur feiern will, wird nicht ausgeschlossen.
2) JedeR darf mitgehen, notfalls auch Unmaskierte. Zuschauer werden geduldet, Mitgehende sind uns lieber.
3) Wir möchten der sauberste Zug sein.
Et jit kei Kamelle, och kei Strüßjer. Jede Form von Wurfmaterial, Reklame u.ä. ist untersagt:
einerseits ist es schlicht 'ne Schweinerei, sowas auf die Straßen zu werfen,
andererseits haben wir eh jedes Jahr große Geldprobleme und die würden durch die Reinigung Eures Mülls erheblich erhöht.
Und nehmt bitte Eure leeren Flaschen und Dosen wieder mit nach Hause. Wenn Ihr es schafft, sie im vollen Zustand zu transportieren, dürfte es im leeren noch viel einfacher sein.
4) Das Ordnungsamt legt berechtigterweise Wert darauf, dass Pechfackeln oder daraus entstehende Feuer sofort gelöscht werden können. Das bedeutet: Wer Pechfackeln mitbringt, muss auch einen Eimer Sand, Wasser, eine Löschdecke oder ähnliches mitbringen!
5) Der Zugweg ist jedes Jahr ein anderer.
Wir wollen nicht wie die anderen Züge immer die selbe Strecke langlatschen, sondern betrachten den Geisterzug auch als Stadtführung zu historisch bedeutsamen Orten und Gebäuden und durch Straßen, Gassen, Viertel, die nicht jedeR in Köln Wohnenden hinreichend bekannt sind.
6) Soweit möglich, besteht ein Bezug zwischen dem jeweiligen Motto und Weg.
7) Auch wenn diese Webside auf einem PC geschrieben ist und unter uns Organisatoren Autofahrer sind: der Geisterzug ist technikfeindlich.
Im Zug wollen wir weder Casetten- bzw. CD-Musik noch Kraftfahrzeuge haben.
Musikmachen kann man auch ohne Strom. Die vielen Sambagruppen und Kochpottdeckelspieler beweisen es. Angeblich soll es auch Leute geben, die Texte von Karnevals- und Polit-Liedern singen können.
ad 2) Wir akzeptieren zwar sonne, trotzdem:ad 5) Unsere Züge gehen nicht einfach so jedes Jahr eine andere Strecke, sondern wir haben uns dabei etwas gedacht:
Einerseits wollen wir durch Straßen, Gassen, Viertel führen, die nicht jeder in Köln Wohnende kennt, und andererseits wollen wir zu politisch wichtigen Themen unseren Beitrag leisten wie schon 1991.
Beispielsweise bezogen wir uns auf Arbeitslosigkeit und Armut, ehrten Trude Herr, erinnerten an die Bedeutung Kölns im Vormärz (Mitte vorigen Jahrhunderts), verwiesen auf Kölns Bezug zu Kolonien und hier lebenden Ausländern, erinnerten an Edelweißpiraten und Klagemauer, Klüngel und soziale Kälte.
In den ersten Jahren führten wir, meist im November und Mai, Führungen durch, auf denen wir die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Straßen und dem jeweiligen Thema erläuterten.
Diese Tradition könnte wieder aufgegriffen werden.