1992

1992 : „d’r Ähzebär kütt“

Radierung Ähzebär, NovakyDer erste Geisterzug: 29.2.92: Das Datum war günstig: Karnevalssamstag war ein Schalttag, also zwischen den Zeiten. Zahlenmystiker erkennen in der harmonischen Ziffernfolge 2-9-2-9-2 schnell die Zahl der Jecken und der Kölner Jungfrauen:

2 + 9 = 11, erneute Quersumme 1 + 1 + 2 + 1 + 1 = sex.

Das Motto hieß „d’r Ähzebär kütt“.
Die älteste Karnevalsmaske sollte wieder bekannt gemacht werden, später benannten die Organisatoren sich danach:Logo Ähzebär un Ko. e.V.

Der Erbsenbär ist die Personifizierung des Winters höchstselbst: ihn auszutreiben bedeutet nach alter Mythologie die Bären aus den Höhlen und die Erbsen aus den Schoten zu treiben, woraufhin der Frühling wieder einziehen kann.
Da nicht immer genug Erbsenstroh zur Verfügung stand, entwickelte sich aus diesem Urkostüm über die Ausweichmaterialien eine Vielzahl anderer traditioneller Kostüme vom allemanischen Schneckenkostüm über den Eifler Köckenmann bis zum hiesigen Lappenclown. Auch die Nubbelverbrennung basiert auf dem Verbrennen des Strohkostüms.

Zugwegplan 1992Der erste Geisterzug bestand aus rund 10.000 Teilnehmern und ca. 50.000 Zuschauern (sämtliche Zahlen auf dieser Seite sind Schätzungen von Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau, Express). Wirklich trennen kann man die beiden Gruppen nicht.
Viele, die erst Zuschauer waren, gingen ein Stück der 8,2 km mit und wurden danach wieder zu Zuschauern.

Probleme mit der Genehmigung des Zuges gab es viele, doch ein Verbot konnte sich das Ordnungsamt nicht leisten. Die Forderungen des Amtes haben sich in den Jahren zwar teilweise geändert, aber ganz reibungsfrei ging es bis 2000 nie.
Eine Organisation, so perfekt wie vom Amt gefordert, kostet viel Geld, das die Organisatoren nicht haben. Die Sponsoren halten sich zurück, da es in unserem Zug keine Werbeflächen gibt und die Spenden laufen viel zu schleppend.

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Karikatur Probleme, SchwalgeDer Weg schlängelte sich über etliche weniger bekannte alte Straßen vom Verkehrsamt über Burgmauer, Mariengartengasse, Sporergasse, Bürgerstraße, Hühner- & Bolzengasse, Lichhof, Hochpfortenbüchel, Schart- & Schemmergasse, Rinkenpfuhl, Ketten- & Steinfeldergasse, Probsteigasse, Altengrabengasse, Stavenhof und Ewaldistraße zur Agneskirche. Trotz des zu langen Weges hielten erstaunlich viele durch und feierten vor der Agneskirche weiter, bis die trockenen Kehlen ihren Tribut forderten.
Da dieser Zug erst einmal was zum Kennenlernen war, kamen nur wenige Gruppen mit politischen Themen. Viel zu viele Teilnehmer waren unkostümiert.

Presseartikel zum Geisterzug 1992:


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